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Ortsgemeinde Freimersheim in Rheinhessen

Postgeschichte von Freimersheim

Jahr Ereignis
Politik


763 Erstmals urkundlich in Lorscher Schenkung erwähnt, liegt im Wormsgau, im späteren unteren Nahegau, alte Besitzung der Kurpfalz im Oberamt Alzey
18. Jh.
Zur Unterscheidung von Framersheim wird es Freimersheim hinter der Warte genannt
November 1792
bis April 1793
Erste französische Besetzung
1798-1813
Französische Besetzung: Bildung des Departement Donnersberg mit dem Arrondissement (Bezirk) Mainz Freimersheim liegt im Kanton Alzey
1801-1803 Endgültige Eingliederung der linksrheinischen Gebiete in den französischen Staat
1809
Freimersheim mit dem Filialort Wahlheim (nachgewiesen bis 1835)
1814-1816 Nach dem Abzug der Franzosen Zwischenregierungen, zunächst Sitz in Kreuznach, dann in Worms
1814
Kreis-Direktion Mainz zunächst nach Oppenheim, dann nach Alzey verlegt, schließlich umbenannt in Kreis-Direktion Alzey
1815 460 Einwohner
1816
„Provinz links des Rheins“ kommt zum Großherzogtum Hessen. Sitz der Provinzialverwaltung in Mainz (bis 1967)
1818 Die neue hessische Provinz erhält den Namen „Rheinhessen“
1835
Einrichtung der Kreise, Freimersheim im Kreis Mainz
1848-1850 Regierungsbezirk Mainz
1850-1852
Regierungsbezirk Worms
1852 Einrichtung des Kreises Oppenheim
1905
522 Einwohner in 113 bewohnten Häusern
1919 Bezirk Rheinhessen Teil vom Volksstaat Hessen
1945
Bezirk Rheinhessen getrennt von Hessen, jetzt Teil der Französischen Zone
1946 Bezirk Rheinhessen Teil vom Land Rheinland-Pfalz
1968
Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz mit Sitz in Neustadt/Wstr.
1969 Ort im Kreis Alzey-Worms, Sitz der Verwaltung in Alzey
1972
Freimersheim zur Verbandsgemeinde Alzey-Land
1999 31.12. -  Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz aufgelöst
1969
Landkreis Mainz-Bingen

Jahr Ereignis
Postwesen



Vor 1798
Post kann auf den Strecken von Thurn und Taxis verschickt werden. Der Transport von den Poststellen zu den Adressaten und von Briefschreibern zur Post ist nicht reguliert. Über herrschaftliche Botengänge und -anstalten gibt es kaum Hinweise. Im Raum des späteren Rheinhessen gibt es acht Poststellen.
1798 Dienstpost besorgt der Kantonsbote von Alzey, der auch private Briefe gegen ein Trinkgeld befördert. Bei seinen Rundgängen meldet er sich beim Bürgermeister, wo auch die private Post ausgetauscht wird. Das Gehalt des Boten bezahlen die begangenen Gemeinden „nach der Anzahl ihrer Seelen“.
1800
26.09. - Schreiben des Präfekten des Donnersberg-Departements vom 4.Vendemaire des 9. Jahres an alle Bürgermeister des Mainzer Gemeindebezirkes (Arrondissement/Kreis Mainz), dass der Kantonsbote am 3., 6. und 9. Tag der Dekade (nach dem damals gültigen Revolutionskalender hat die Woche 10 Tage) alle Orte mit Bürgermeisterei begeht. (Landesarchiv Speyer, U 251/143)
1803
21.04. - Da die Organisation der Korrespondenz zwischen der Präfektur vom Departement Donnersberg und den Gemeinden des Kreises Mainz extreme Verspätungen aufweist und einen Großteil der Steuern verschlingt, soll dieser Dienst durch die Neuordnung schneller, sicherer und wirtschaftlicher werden. Die Verteilung von Mainz in die Kantone des Kreises wird durch Extraboten geregelt. Innerhalb der Kantone sind die kürzesten Wege zwischen den Gemeinden auszuwählen und zu protokollieren. Ein solches Protokoll liegt bisher nur für den Kanton Alzey vor. Dieser Kantonsbote führt an drei Tagen in der Woche je einen Rundgang von 13 französischen Meilen (13x4,444≈58km; bemessene Laufzeit: 13 Stunden!!!) aus und erhält für jede Meile 50 Centimes. Die Woche hat wieder 7 Tage, das ergibt 12 Rundgänge/Monat und ein monatliches Gehalt von 78 Franken. (Stadtarchiv Alzey, Akte F33 – siehe folgende Abbildung)
Weg des Alzeyer Kantonsboten 1803
Weg des Alzeyer Kantonsboten 1803. Der Bürgermeister von Freimersheim muss den Filialort Wahlheim mitversorgen. Kettenheim mit dem Filialort Esselborn ist in der Liste nicht enthalten.


1805 - 1810
Voranschlag für den Haushalt 1806 „Gehalt des Postdistributeur“ Sauer-Schwabenheim 9, die Filialgemeinde Elsheim 6 Franken. Auszahlung 1806: 9 Franken „Unvorhergesehene Ausgaben an Postdistributeur Weitzel in Nieder-Ingelheim vom Jahre 13 ...“; Auszahlung 1810: 4,90 Franken „an Herrn Posthalter Weitzel als
Entschädigung in der Eigenschaft als Postaustheiler des Kantons“ (BRAUN, S. 235)
1816
Januar - Neuordnung des Botenwesens im Kreis Alzey: Alle Kantone werden zweimal in der Woche begangen. In jedem Kanton sind zwei Boten angestellt, im kleinsten Kanton Bingen genügt ein Bote.
Juli - Die Thurn und Taxis-Lehenspost des Großherzogtums Hessen versieht den Postdienst in der neuen „Provinz links des Rheins“, in der es 10 Poststellen gibt.
1825
Voranschlag für den Haushalt 1806 „Gehalt des Postdistributeur“ Sauer-Schwabenheim 9, die Filialgemeinde Elsheim 6 Franken. Auszahlung 1806: 9 Franken „Unvorhergesehene Ausgaben an Postdistributeur Weitzel in Nieder-Ingelheim vom Jahre 13 ...“; Auszahlung 1810: 4,90 Franken „an Herrn Posthalter Weitzel als
Entschädigung in der Eigenschaft als Postaustheiler des Kantons“ (BRAUN, S. 235)
1838
Alle Orte im Kanton Alzey werden dienstags und freitags begangen, Freimersheim liegt im 2. Botengang. 
2. Botengang im Kreis Alzey
2. Botengang im Kreis Alzey (vgl. Intelligenzblatt Kreis Alzey, No. 20 vom 01.07.1838)


1844
14.06. -  Für die Kantone des Kreises Alzey wird ein dritter wöchentlicher Rundgang der Kantonsboten angeordnet: Dienstag, Donnerstag und Samstag.
1861
21.05. - Die TT-Post richtet die Landpost in Rheinhessen ein und übernimmt das Bezirksbotenwesen auf eigene Rechnung. Seit diesem Tag begehen Landbriefträger alle Ortschaften und sehr viele Gehöfte in der Provinz werktäglich Die Postverwalter müssen Postboten und -gehilfen auf ihre Kosten einstellen.
1. Botengang der Postexpedition Alzey
1. Botengang der Postexpedition Alzey. Auszug aus dem „Verzeichniß der Landpostboten-Bezirke und Postablagen in der Provinz Rheinhessen“ vom 21. Mai 1861 mit handschriftlicher Ergänzung vom 16.02.62: Der Rundgang dauert mit den Aufenthalten bei den Bürgermeistern und der Zustellung privater Briefe 10 ¾ Stunden. In 5 ½ Stunden muss der Bote 11000 Klafter x 2,5m = 27,5km zwischen den Ortschaften zurücklegen. Dies entspricht einer Leistung von 5km/h. Im Ort muss er zum Bügermeister, den Briefkasten leeren und private Post zustellen. Man bedenke aber auch die Umstände: Voll bepackt, bei Wind und Wetter, Kleidung und Schuhwerk jener Zeit, Zustand der Straßen und (Feld-)Wege, …!!! (Fürst Thurn&Taxis Zentralarchiv Regensburg, Postakte Nr. 93.)
1861: Landpostbotengänge der Postexpedition Alzey und Odernheim
1861: Landpostbotengänge der Postexpedition Alzey und Odernheim
Kreisblatt Alzey vom 10.03.1864 (auch Seiten 5+6)
Kreisblatt Alzey vom 10.03.1864 (auch Seiten 5+6)
Kreisblatt Alzey vom 10.03.1864 Seite 5
Kreisblatt Alzey vom 10.03.1864 Seite 6
3. Botengang der Postexpedition Alzey 1865
3. Botengang der Postexpedition Alzey 1865. Der Bote ist 8 Stunden unterwegs, Laufstrecke zwischen den Ortschaften etwa 24km 3. Spalte: Entfernung in Stunden, 5. Sp.: Ankunft, 6. Sp.: Aufenthalt in Stunden (Auszug aus FEUSER)
1865: Landpostbotengänge der Postexpedition Alzey
1865: Landpostbotengänge der Postexpedition Alzey


1864
03.12. - Vereinbarung der Aversalvergütungen mit den Gemeinden und Corporationen für Benützung der Landpost, hier mit den politischen Gemeinden des Kreises Alzey. Nr. 12660.
Unter Bezugnahme auf die oberpostamtlichen Circularien Nr. 10 und 11 vom Jahre 1863/64 wird den Poststellen hierdurch eröffnet, dass auch mit den politischen Gemeinden des Kreises Alzey, mit Ausnahme der Gemeinde Zotzenheim, wegen Benützung der Landpost und des diesen Gemeinden im Großherzogthum Hessen
eingeräumten Portofreithums ein Übereinkommen getroffen worden ist, dessen Bestimmungen rückwirkend vom 1. Januar 1864 an in Kraft treten sollen. … (Cir. Nr. 8, 64/65)
Freimersheim schafft auf Gemeindekosten den gusseisernen Landpostbriefkasten an.
1865
Der Vertrag zur pauschalen Bestellung der Dienstpost (Aversionalvertrag) gilt rückwirkend ab 1861. Die Pauschale ist in allen Fällen günstiger als die vorher für die Bezirksboten zu zahlenden Kosten. (Kosten etwa halbiert – der Verf.)
1867
01.07. - Die Post wird verstaatlicht
1875
26.11. - Fristgerechte Kündigung des 1864 geschlossenen Aversionalvertrages durch die Post zum 31.12.1876
1881
810726 Post-Nachrichten. Bekanntmachung. Das correspondirende Publikum wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß sowohl hier
  1. bei Buchhändler Medicus, sowie
  2. bei dem Kaufmann Wilhelm Erckmann in Heimersheim,
  3.  " " " Joh. Stumpf in Offenheim,
  4.  " " " Heinr. Mosis in Kettenheim,
  5.  " " " Adam Kröhler in Freimersheim
amtliche Verkaufsstellen für Postwertzeichen errichtet sind. Alzey, 22. Juni ... Wimmer.
1882
18.11. - Post-Nachrichten. Verkaufsstellen ... in Alzey bei Medicus und Weiß ... sowie in sämtlichen Orten des Landbestellbezirkes, nämlich in Albig, Bechenheim, Bermersheim, Dautenheim, Esselborn, Framersheim, Freimersheim, Heppenheim, Kettenheim, Lonsheim, Nieder-Wiesen, Offenheim, Schafhausen, Wahlheim und Weinheim.
1883
17.07. - Post-Nachrichten. Amtliche Verkaufsstellen für Postwertzeichen befinden sich in hiesiger Stadt und der hierher zugeteilten Postagenturen:...
in Esselborn          bei Adam Blößer 2. ...
in Freimersheim    bei Ad. Kröhler ...
in Kettenheim        bei Hch. Mosis ...
in Wahlheim          bei Verw. Diehl ...
1885
01.02. - Posthilfstelle bei Adam Kröhler, Kaufmann, Salzgasse 2, eingerichtet
Haus Kröhler, Posthaus 1885-1941
Haus Kröhler, Posthaus 1885-1941


1897
Dezember - Freimersheim erhält eine Telegrafenstation
1898
29.01. - Alzey, 28. Jan. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei einer etwaigen Einrichtung einer Stadtfernsprechleitung hierselbst, die Bewohner von Albig, Dautenheim, Esselborn, Freimersheim, Heimersheim, Heppenheim i.L., Kettenheim, und Wahlheim als unter 5km von Alzey entfernt liegend, gegen die gesetzlichen Gebühren an das Fernsprechnetz angeschlossen werden können.
1900
19.04. - Alzey, 18. April. ... Zum Bestellbezirk des hiesigen Postamtes, in welchem vom 1. April 1900 an ein ermäßigter Portosatz für Postkarten, Drucksachen usw., eingetreten ist, gehören außer der Stadt Alzey die nachstehenden Orte: Weinheim, Offenheim, Bechenheim, Niederwiesen, Kettenheim, Wahlheim, Esselborn, Freimersheim, Dautenheim, Heppenheim, Heimersheim. ...
1901
14.04. - Alzey, 13. April. Bekanntlich sind seit dem 10. d. Mts. in den Orten Wahlheim und Weinheim Postagenturen errichtet worden. Bei ersterer Agentur treten die Orte Bechenheim, Niederwiesen, Offenheim und Weinheim und bei letzterer die Orte Esselborn, Freimersheim, Kettenheim und Wahlheim untereinander in den Ortsbriefverkehr, wodurch diese sämtliche Gemeinden aus dem seitherigen Ortsbriefbestellbezirk Alzey ausgeschieden sind und dadurch die seitherige Ortstaxe sowohl zwischen der Stadt Alzey und oben genannten Orten einerseits und zwischen den Orten der beiden Postagenturen anderseits außer Wirkung treten und an deren Stelle die allgemeine Reichstaxe zur Geltung gelangt ist, was besonders beim Frankieren der Briefe, Postkarten usw., zur Vermeidung von Strafporto und sonstigen Unannehmlichkeiten wohl zu beachten ist. Nach den uns vorgebrachten Klagen über die jetzige Briefbestellung, scheint die Errichtung dieser Postagenturen keinen Fortschritt im Verkehrswesen mit sich gebracht zu haben, da, wie uns von glaubwürdiger Stelle gemeldet wird, die Bestellung der Postsachen eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung gegenüber früher zu verzeichnen ist.

20.04. - Alzey, 19. April. Daß wir mit unserer im vorigen Sonntagsblatt gebrachten Ausführung bezüglich der neuerrichteten Postagenturen im hiesigen Kreise nicht vereinzelt stehen, beweist folgendes der "Wormser Zeitung" entnommenes "Eingesandt" aus Kettenheim über den Postverkehr auf der Bahnstrecke Worms-Alzey:
"Seit Errichtung der Postagentur in Wahlheim werden fast regelmäßig die ersten Postsendungen nachmittgas zwischen 12 und 1 Uhr ausgetragen und sodann erhalten wir keine Postsendungen mehr, welche auf der Strecke Worms-Bingen resp. Bingen-Worms geschickt werden, bis den folgenden Tag um die obengenannte Zeit. Auch sind Briefe und Postkarten, welche seither 5 bezw. 2 Pfg im Bestellbezirke Alzey kosteten, mit 10 resp. 5 Pfg. zu frankieren, welches ebenfalls ein Nachteil für das Publikum ist. Wir wohnen 20 Minuten von der Bahnstation und erhalten erst nachmittags und dann den Tag gar keine Postsendungen auf der angegebenen Strecke. So ist die Errichtung der Postagentur in Wahlheim eher eine Verkehrshemmung zu nennen und ein finanzieller Schaden für unsere Gemeinde, und wünschen wir, daß die Einrichtung nicht bestehen bleiben möge." Die Redaktion des genannten Blattes fügt hinzu: Wir bezweifeln die Angaben des Einsenders nicht und bezeichnen diese Einrichtung als einen so großen Mißstand, daß wir uns der bestimmten Hoffnung hingeben, bald von einer Änderung dieser prärieartigen Zustände zu hören. Unsere Postbehörde ist dauernd bestrebt, gute Verkehrsverhältnisse zu schaffen und so wird sie bei Kenntnisnahme des Obigen sicher eine rasche Besserung eintreten lassen. - Auch wir können uns diesem Wunsche nur voll und ganz anschließen, umsomehr, da auch aus den anderen dieser Postagentur zugeteilten Orten über dieselben Mißstände lebhaft Klage geführt wird.
1903
21.03. - Vom 1. April ab werden die Orte Kettenheim und Esselborn sowie die Einzelniederlassungen Kettenheimer Bahnhof, Katharinenmühle, Hessensteigermühle, Alzeyer Ziegelhütte, Bahnwärterhaus, Kettenheimer Ziegelei und Wiesenmühle vom Landbestellbezirk der Postagentur in Wahlheim abgezweigt und demjenigen des hiesigen Postamts wieder zugeteilt. Die Orte Kettenheim und Esselborn werden wochentäglich zweimal, die übrigen Wohnplätze einmal belaufen. Die erste Bestellung erfolgt in der Zeit von 8.45 bis 12 Uhr vormittags - in Kettenheim gegen 10 und in Esselborn zwischen 10 und 11 Uhr -. Die zweite Bestellung erfolgt in Esselborn um 2.50 und in Kettenheim um 3.25 nachmittags. An Sonn- und Feiertagen fällt die Nachmittagsbestellung fort.
1905
Adressbuch des GH Hessen, Freimersheim Posthilfstelle
1910
PHStInh. Kröhler erhält 65 Mark/Jahr ohne Bestelldienst
1918
Die Zustellung für den gesamten Kettenheimer Grund erfolgt wieder von Wahlheim aus, jedoch tragen die Halter der Posthilfstellen die Post in ihren Orten aus.
1919
Posthilfstelleninhaber Philipp Kröhler III.
1924
21.02. - Die Postagentur in Wahlheim (Kreis Alzey) wird mit Ablauf des Monats Februar aufgehoben. Die Bestellung des Ortes Wahlheim und der im Landbestellbezirk der seitherigen Postagentur gelegenen Orte Esselborn, Freimersheim, Kettenheim sowie der Aufspringmühle, Kellermühle, Sandmühle und Wiesenmühle, der Kettenheimer Ziegelhütte und der Bahnhöfe Kettenheim und Wahlheim erfolgt vom 1. März ab durch das Postamt Alzey.
1936
23.10. - Posthilfstelleninhaber Richard Kröhler gestorben
1937
01.01. - Posthilstelleninhaberin Anna Kröhler Wwe geb. Julius
1938
01.11. - Neubewilligung einer Poststelle für Anna Kröhler Wwe., Formular mit Abdruck des Poststellenstempels liegt in den Akten des PA Alzey vor!!! – Die Einrichtung der Poststelle erfolgt erst am 01.02.39 (siehe dort).
527 Einwohner im Ort, 12 im Landzustellbereich
Adressbuch des Kreises Alzey
Freimersheim Posthilfsstelle
öffentliche Fernsprechstelle
Kröhler, Richard, Wwe., Posthilfsstelle, Adolf Hitler-Str. 89, öffentliche Fernsprechstelle
Lau, Karl, Posthelfer, Adolf Hitler-Str. 66
Reis, Adam, Postaushelfer, Adolf Hitler-Str. 114
1939
01.02. - Posthilfstelle wird in eine Poststelle umgewandelt
PHn Anna Kröhler Wwe. geb Julius († 13.12.41), Salzgasse 2
Stellvertreterin Babette Julius (Zustellerin), die aber den Kindergarten übernehmen muss.
15.03. - Stellvertreter und Zusteller Eugen Kröhler, 27 Jahre alt, Neubemessung der Zustellzeit von 110 auf 130 Minuten täglich
01.04. - 527 Einwohner im Ort, 12 im Landzustellbereich
Umbenennung und Neufestsetzung des Status von Poststellen; alte Bezeichnungen: Postagentur, Poststelle
neue Bezeichnung: Poststelle (I), Poststelle (II), Freimersheim hat jetzt eine PSt (II)
~1939
„Jakob Müller fuhr morgens mit seinem Fahrrad zum Alzeyer Bahnhof, um im Bahnpostwagen mit dem 8 Uhr-Zug nach Wahlheim zu gelangen. ... Mit der auszutragenden Post einschließlich Zahlkarten, Postanweisungen und auszuzahlenden Renten begann er mit dem bepackten Rad vom Wahlheimer Bahnhof seine Auslieferungstour: Bahnhof, Mühle Hempel (hier deponierte er sämtliche Post, die nicht nach Freimersheim ging), Freimersheim, Wahlheim, Esselborn usw. und zum Schluß die Hessensteiger Mühle, halbwegs Dautenheim, hauptsächlich wegen der „Rheinhessischen Volksblätter“. ... Unterwegs mußte Müller die Briefkästen leeren. Immer hatte er einige Briefmarken und Postkarten bei sich, und er nahm auch unterwegs Post an. Die Briefträger waren gern gesehen und wurden auch mal zum Essen und Trinken, besonders bei Schlachtfesten, eingeladen.“ (Schilderung von Gustav Lampe † aus Kettenheim)
1941
Dezember - Nach dem Tod der PHn II versieht ein Beamter des PA Alzey den Schalterdienst in der PSt II.
1942
01.01. - PH II Johann Lorenz (* 23.02.00, bis 31.09.1953), Schneidermeister, Ilbesheimer Str. 12, Stellvertreterin Ehefrau Anni Lorenz (*10.05.07)
Wochenleistungsmaß für die Zustellerin 16 ½ Stunden
2 Postverbindungen werktäglich
73 Rundfunkteilnehmer, 38 Rentenempfänger, 6 Fernsprechteilnehmer
Die Sandmühle kommt aus dem Zustellbereich der PSt II Freimersheim in den der PSt II Wahlheim
01.06. - 527 Einwohner im Ort, 5 im Landzustellbereich (Aufspringmühle)
1943
Die 1941 eingeführten Päckchenleitzahlen haben sich bewährt und werden für die Briefpost übernommen. Die Postleitzahlen sind erfunden! Der Gau Hessen-Nassau (mit Rheinhessen), Bezirk der Oberpostdirektion Frankfurt/Main, erhält die 16.
01.04. - Wochenleistungsmaß für die Zustellerin 19 Stunden
1945
19.11. - Wochenleistungsmaß ab 01.11. für die Zustellerin 15 Stunden
1946
10.01. - 65 Rundfunkteilnehmer, 34 Rentenempfänger, 1 Fernsprechteilnehmer
01.04. - Änderung der PLZ in 18 (OPD Neustadt/ Haardt)
01.11. - Änderung der PLZ in 22 b (OPD Koblenz)
1949
15.10. - 65 Rundfunkteilnehmer, 71 Rentenempfänger, 1 Fernsprechteilnehmer
1951
11.10. - 90 Rundfunkteilnehmer, 90 Rentenempfänger
1953
01.04. - Wochenarbeitszeit PH 24 Std. werktags, 1 sonntags
Schalterdienst 14-17 Uhr
Wochenarbeitszeit Zustellung 15 Std.
558 Einwohner
01.10. - Umwandlung der PSt II in eine PSt I, PH I Johann Lorenz (bis 31.10.1958), Ilbesheimer Str. 12
2 mal werktäglicher Postaustausch um 9.44 und 15.45 Uhr


Posthalter Johann Lorenz 1953 bei der Zustellung vor der Schule
Posthalter Johann Lorenz 1953 bei der Zustellung vor der Schule
Poststelle Lorenz 1953 in der Ilbesheimer Straße an einem Samstag!!!
Poststelle Lorenz 1953 in der Ilbesheimer Straße an einem Samstag!!!


1956
01.01. - Wochenarbeitszeit PH 30 Std. werktags, 1 sonntags Schalterdienst 14-15.30 Uhr
138 Rundfunkteilnehmer, 101 Rentenempfänger
24.10. - Vertreter des PH I Günter Lorenz
1957
01.03. - Wochenarbeitszeit Zustellung 18 Std.
622 Einwohner
1958
01.11. - PH I Franz Heckelsberger (* 25.07.99, bis 31.07.1964), Hauptstraße 22, ständige Vertreterin Ehefrau Wilhelmine (* 04.12.03), verpflichtet 20.10.58


Hauptstraße 22, Poststelle 1958-64 rechts neben der Tür (Foto 2014)
Hauptstraße 22, Poststelle 1958-64 rechts neben der Tür (Foto 2014)


1959
01.06. - 27 Stunden PH-Dienst, 18 Stunden einfacher Dienst
1960
01.01. - 605 Einwohner
1962
23.03. - Postamtliche Bezeichnung „6509 Freimersheim“
Schalterstunden der PSt I Mo-Sa 8.15-10.30, Mo-Fr 14.30-16 Uhr, 3 Briefkästen im Ort
Postverbindungen 10.10 und 17.46 Uhr
78 Tonrundfunk-, 43 Fernsehrundfunkgenehmigungen, 93 Rentenempfänger, 80 Zeitungsstammkarten
Mai - 612 Einwohner
Wochenarbeitszeit PH-Dienst 29 Stunden
im einfachen Dienst zwei Kräfte mit 16 bzw. 2 Stunden
1964
01.08. - PH I Willi Schömbs (bis 31.03.1977), Spitzenbergweg 6
Wochenarbeitszeit PH-Dienst 28 Stunden
Stellvertreterin Frau Katharina Schömbs


1968
01.01. - Wochenarbeitszeit PH-Dienst 26, einf. Dienst 18 Stunden
532 Einwohner



Spitzenbergweg 6 ~1970 Spitzenbergstraße 6 im Jahr 2014, Posthaus 1964-1978.Das Postzimmer war hinter dem Fenster im Hof.
Linkes Bild: Spitzenbergweg 6 ~1970
Rechtes Bild: Spitzenbergstraße 6 im Jahr 2014, Posthaus 1964-1978. Das Postzimmer war hinter dem Fenster im Hof.
PH Willi Schömbs PHn Katharina Schömbs
PH Willi und PHn Katharina Schömbs (Fotos von 1985)
Zustellbezirk der Poststelle I 1968
Zustellbezirk der Poststelle I 1968, Handzeichnung von Willi Schömbs


1969
01.01. - Wochenarbeitszeit PH-Dienst 26 Stunden im einfachen Dienst zwei Kräften mit 17 bzw. 8 Stunden
1971
01.01. - Wochenarbeitszeit PH-Dienst 27 Stunden im einfachen Dienst zwei Kräfte mit 15 bzw. 10 Stunden
1973
September - Durch den Wegfall der Frühkastenleerung entsteht eine Kürzung des Personalbedarfs um 1,5 Wochenstunde.
im einfachen Dienst zwei Kräfte mit 15 bzw. 8,5 Stunden
Postzuführung Mo-Sa 9.16, Mo-Do 16.41, Fr 16.37, Sa 12.15 Uhr mit Ldp 6508-2/1, 2/9, 2-7 und 2/5
1974
01.10. - Wochenarbeitszeit PH-Dienst 27, einf. Dienst 13 Stunden
1975
Februar - 195 Abgabestellen im Ort
Für die vereinigte Zustellung wird ein Handkarren benutzt.
1976
01.01. - Wochenarbeitszeit PH-Dienst 23, einf. Dienst 17 Stunden

1977
26.01. - OPD Koblenz: Prüfung der Postbetriebsorganisation der PSt I Freimersheim (nach Ausscheiden des PH I am 31.03.77), der PSt II Wahlheim, Kettenheim und Esselborn, die nach den z.Z. gültigen Grundsätzen aufgehoben werden müssten.
11.02. - PA Alzey: Die Neubesetzung der PSt I Freimersheim wird bis zur endgültigen Regelung der Postbetriebsorganisation im Raum Freimersheim/Wahlheim/Esselborn/Kettenheim zurückgestellt.
01.04. - PH I in Freimersheim Ludwig Merz aus Kettenheim (bis 31.03.1978), Spitzenbergstr. 6 (Aktenlage!!!)
14.04. - PA Alzey: ... Da die Betriebsorganisation im Raum Freimersheim/Wahlheim/Esselborn/Kettenheim noch nicht abgeschlossen ist, verwaltet die Ehefrau des vormaligen PH I, Frau Katharina Schömbs, die Poststelle in den bisherigen Räumen weiter.
1978
08.03. - Auszug aus einem Brief der OPD an den Landtagsabgeordneten Heck, Niederwiesen, zur Schließung der Poststellen im Kühlen Grund: „ ... Als Folge des hohen Motorisierungsgrades der Bevölkerung hat sich der Verkehrsumfang bei den kostenaufwendigen kleinen Poststellen in ländlichen Orten stark verringert und auf Postanstalten in zentral gelegenen Gemeinden verlagert. ...soll in der zentral gelegenen Gemeinde Wahlheim ... eine Poststelle mit moderner Schalteranlage eingerichtet werden. Von dort aus wird ein motorisierter Landzusteller mit Annahmebefugnis eingesetzt, ...“
01.04. - Nach dem Umbau in Wahlheim wird die Poststelle I Freimersheim aufgehoben, die postamtliche Bezeichnung lautet „6509 Freimersheim Post Wahlheim“.
Die PSt II Wahlheim wird in eine PSt I umgewandelt.
1989
01.01. - Poststrukturgesetz tritt in Kraft, Aufteilung in Gelbe Post (Brief und Paket), Postbank und Telekom
1990
18.03. - 94 der 157 Freimersheimer Haushalte müssen einen Auftrag für einen Kabelanschluss erteilen, Kosten jeweils 1636 Mark.
14.04.
- Gemeinderat stimmt der Verlegung von TV-Kabeln zu
1993
01.07. - Postamtliche Bezeichnung „55234 Freimersheim“
1995
01.01. - Die Post wird privatisiert
1996
Seit Anfang des Jahres kommen die Zusteller vom Zustellstützpunkt in Alzey. Außer einem Teil von Wahlheim ist der Kettenheimer Grund zu einem Zustellbezirk zusammengefasst, der weiterhin mit dem Auto versorgt wird.


Hauptstraße, Ecke Pfeffergasse Anfang der 1990er Jahre
Hauptstraße, Ecke Pfeffergasse Ende der 1990er Jahre
Hauptstraße, Ecke Pfeffergasse Bushaltestelle mit Briefkasten und Telefon oben Anfang, unten Ende der 1990er Jahre
Literaturhinweise (Auszug):
BRILMAYER, Karl Johann: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Gießen 1905.
HINKEL, Manfred: 150 Jahre Landpost in Rheinhessen. Hrsg. Vom Verein für Postgeschichte in Rheinhessen e.V. Alzey, im August 2011.
Postamt Alzey: Postgeschichtliche Unterlagen (unveröffentlicht).

Weitere Hinweise beim Autor

Herzlich bedankt sich der Autor für Bilder und Informationen bei Familie Lorenz, dem Ehepaar Wöllner und Herrn Heckelsberger, Frankfurt.

Adresse des Rathauses

Sprechstunden des Ortsbürgermeisters

Donnerstag:
18.30 - 19.30 Uhr
und nach Vereinbarung


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